Vorsicht Silberrücken: Diese Passagiere gibts auf jedem Flug?

In einem Flugzeug sitzen die unterschiedlichsten Menschen oft stundelang auf engstem Raum zusammen. Interessanterweise sind immer wieder die gleichen Typen „Passagiere“ anzutreffen. EUclaim hat sich in den natürlichen Lebensraum der Flugreisenden begeben und sie genau beobachtet. Wer kennt sie nicht, die Plapper-Schlangen und Lehnen-Gorillas?

EUclaim analyisert Flugzeugpassagiere

Die Plapper-Schlange

Gerade auf Langstreckenflügen können kurzweilige Unterhaltungen mit dem Sitznachbarn die Reise versüßen. Doch trifft man in jedem Flugzeug auf eine Art Passagier, die die Nerven ihrer Nebenleute arg strapazieren kann: die Plapper-Schlange. Nach der Begrüßung folgen ein Monolog über bisherige Reiseerlebnisse, Freizeittipps für wirklich jeden Urlaubsort („der Strand ist der absolute Geheimtipp!“) und eine lange Liste dramatischer Familienerkrankungen. Nach dem Flug ist man dann erst recht urlaubsreif.

Der Flugzeug-Fuchs

Diese Art gehört zu den Schlauesten im ganzen Urlaubsreich. Zumindest haben sie viel Wissen angehäuft, das unbedingt raus muss! Flugzeug-Füchse kennen jede Niete oder Schweißnaht des Fliegers mit Vornamen. Oft Beamte im Ruhestand, erklären sie jedem, der es hören will (oder auch nicht), warum es gerade rumpelt, warum es besser nicht lauter rumpeln sollte und wer, wann und wo den Flieger wie gebaut hat. Sie sind das wandelnde Quartett der Jumbo-Jets, nur gewinnen kann man gegen Flugzeug-Füchse nie.

Der Angst-Hase

Mal ehrlich: tonnenweise Stahl, der durch die Luft fliegt, tausende Meter über der Erde, oder noch schlimmer: dem offenen Ozean. Wer hat da kein mulmiges Gefühl im Bauch? Angst-Hasen sind bewundernswerte Wesen, suchen sie trotz größter Panik doch immer wieder aufs Neue die Gefahr in luftiger Höhe. Meist kauern sie in einer Ecke ihres Sitzes und beten leise vor sich hin. Um sie nicht noch zusätzlich zu verschrecken, sollte man Angst-Hasen möglichst fern von Flugzeug-Füchsen halten.

Die Lehnen-Gorillas

Eine Spezies, die gleich in mehreren Arten auftritt. Vor ihnen ist keine Rückenlehne sicher. Die häufigste Unterart der Lehnen-Gorillas nimmt im Flugzeug vor einem Platz. Nach Erlöschen des Anschnall-Signals beginnt ihr Ritual: Die Rückenlehne wird ohne Vorwarnung nach hinten geklappt – bis es nicht weitergeht und möglichst mit viel Schmackes. Doch auch hinter dem eigenen Sitzplatz verbreiten sich diese Passagiere gerne und ziehen sich beim Aufstehen garantiert an der Rücklehne des Vordermannes hoch. Glücklich ist, wer in diesem Moment nicht an seinem Tomatensaft nippt.

Der Silberrücken

Apropos Tomatensaft: Dies ist die Hauptnahrung des Silberrückens. Stilecht nur mit „einer Stange Sellerie und einer Prise Pfeffer“. Der Silberrücken, anzutreffen ab der Business-Klasse aufwärts, hebt sich bewusst äußerlich ab. Schmückt sich diese Spezies doch mit Vorliebe in zweireihigem Silbergrau bis Anthrazit, gerne garniert mit dezenten Farbtupfern in Form von roten, blauen oder – Achtung: Balzgefahr – rosa Krawatten und Einstecktüchern. Silberrücken sind harmlos, da sie mangels Gesprächsstoffes nicht mit der Herde kommunizieren, sondern in ihren Fach-Bibeln vertieft sind – es sei denn, zwei Artgenossen sitzen zufällig nebeneinander. Dann können Lauscher ungewollt einem interessanten Dialog folgen. Auch wenn sie nichts verstehen – das soll so sein.

Die Leseratte

Ihre Nähe wird in Flugzeugen häufig gesucht. Denn Leseratten lesen, wie der Name sagt. Oft ganze Epen, zwölf Stunden am Stück. Interessant ist die Beobachtung, wenn Leseratten am Gang sitzen. Schaffen sie es doch, ihren Sitznachbarn aufstehen und passieren zu lassen, ohne ihren Blick auch nur ein einziges Mal von ihrem Buch abzuwenden.

Treffen Sie bei Ihrem nächsten Flug auf eines dieser Geschöpfe, denken Sie immer daran: Langsam bewegen und nicht verschrecken. Die Reise endet auch wieder.

Bildquelle: flickr.com

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Erster Kommentar von Ihnen?

avatar
wpDiscuz
Live-Chat