Urlaub damals und heute – Was hat sich verändert?

Kurzentschlossene buchen ihren Urlaub durch ein paar Klicks online. Erinnerungsfotos werden gleich zu Dutzenden quasi „live“ an die Daheimgebliebenen versendet und das Navi gibt die Richtung vor. So geht Urlaub heute. Doch erinnert ihr euch noch an faltbare Straßenkarten oder 36er Filme?

Postkarte Urlaub Flugverspätung EUclaim

Die Planungen waren bereits Monate vor dem Abflug abgeschlossen. Noch vor wenigen Jahren buchte jeder seinen Urlaub im Reisebüro seines Vertrauens. Ging die Tour gen Süden, Lieblingsziel Italien, war die drei mal drei Meter große, nur mit einem Ingenieursstudium entfaltbare Straßenkarte steter Begleiter. Vater und Mutter diskutierten am Rastplatz die beste Strecke, während die Kinder ihre Zeit mit „Ich-sehe-was-was-Du-nicht-siehst“ verbrachten. Nach 12 Stunden schweißtreibender Fahrt, davon mindestens drei Stunden Stillstand kurz vor dem Brenner, kam der heiß ersehnte Sandstrand endlich in Sicht.

Online-Reiseportale, Reiseblogs und Co.

Heute buchen wir unseren Urlaub gemütlich auf der Couch online, unabhängig von der Tageszeit, vergleichen Flug- und Hotelpreise. Das Flugzeug hat gänzlich andere Orte auf der Weltkarte für viele erreichbar gemacht. Aber nicht nur die Buchung hat sich dank des Internets verändert: Blogs und soziale Netzwerke geben (Insider-)Tipps: Welches Restaurant ist preiswert und bietet garantiert authentische Küche, wo sind die einsamsten Strände? Früher durchforsteten die Touristen die Promenaden, gingen zum hoteleigenen, überfüllten Strand oder holten sich Tipps bei Einheimischen. Wer heute online das beste Lokal gefunden hat, lässt sich mit einer Routen-App hinführen. Das ist zwar einfach, doch die Chance, Neues zu entdecken, schwindet.

Handy – Fluch oder Segen?

Scheinbar unerlässlich für die Vor-Ort-Planung und gleichzeitig All-in-One-Urlaubs-Bespaßungs-Gerät ist das Handy. Ständig erreichbar zu sein, sorgt für Stress. Über alles informiert zu sein was gerade in der Heimat passiert, verhindert das Ziel eines Urlaubs: Abschalten. Früher bestand das einzige Lebenszeichen für die Verwandten aus einem „Hallo. Wetter ist gut. Essen auch. Der Strand ist traumhaft. Schöne Grüße“ per Postkarte. Meist war man noch vor seinen Urlaubsgrüßen wieder daheim. Heute werden stündlich Fotos und Grüße per Whatts-App oder Facebook an Freunde und Familie gesendet. So, als wäre man gar nicht weg. Infos aus der Heimat erreichten einen nur, wenn durch Zufall irgendwo eine deutsche Zeitung aufzufinden war.

#Rollfilm

Hatte jemand den Daumen auf der Linse? Ist das Bild von der Sandburg was geworden? Reichen 36 Bilder überhaupt aus? Bis die Filmrolle entwickelt war, blieb es spannend. Und das konnte schon einmal bis zu zwei Wochen nach dem Urlaub dauern. Sobald heute ein Foto nicht unseren und den Ansprüchen der sozialen Medien entspricht, klicken wir weiter auf den Auslöser. Das war damals anders. Auf eine Filmrolle passten maximal 36 Bilder. Die Dose, in die die Filmrolle musste, um sie vor Licht zu schützen, war immer in der Tasche. Leider verlief der Austausch der Kunststoffstreifen nicht immer reibungslos und ein ganzer Film mit Urlaubserinnerungen war hinüber.

In Zeiten von Social Media lassen wir unsere Freunde direkt am Urlaubserlebnis teilhaben. Dafür gehört aber ein prägendes Ereignis perfekter, familiärer Sozialisation der Vergangenheit an: der Dia-Abend.


Urlaubslänge

Drei Wochen oder sogar die ganzen Sommerferien lang auf einem Campingplatz in Italien zu verbringen, von niemandem erkannt zu werden und am Ende gar nicht mehr nach Hause zu wollen: Das ist nicht das, was heute dem Urlaubstrend entspricht. Öfter, dafür kürzer ist heute das Motto: Städtetrips, ein kurzes Skiwochenende und dafür nur für eine Woche Last-Minute mit dem Flieger gen Sonne reisen.  Immerhin sind die Koffer heute mit Rollen und wesentlich kompakter, sodass wir auf jede Reise vorbereitet sind. Doch eines bleibt wohl immer gleich: Die Urlaubszeit ist die schönste des Jahres.

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