SPIEGEL vertraut Daten von EUclaim

Wie der SPIEGEL in seiner heutigen Print-Ausgabe (11/2014) berichtet, geht der Streit um die EU-Fluggastrechte in die nächste Runde. Erst im Februar hatte das Europäische Parlament den Entwurf der Kommission, Entschädigungen bei Flugverspätungen künftig zu erschweren, abgelehnt (EUclaim berichtete).

Dem Nachrichtenmagazin zufolge wollen die Regierungen der Mitgliedsländer im Ministerrat nun einen neuen Vorschlag vorlegen. Dabei schnitten Passagiere sogar noch schlechter ab als nach dem ursprünglichen Kommissionspapier.

Voraussetzungen für Entschädigungen sollen verschärft werden

Demnach sollen Airlines künftig erst ab fünf Stunden Verspätung Entschädigungen zur Kasse gebeten werden. Bei Flügen über 3.500 Kilometer Entfernung liege die Grenze bei neun und bei noch längeren Flügen sogar bei zwölf Stunden Verspätung.

Auch bei annullierten Flügen sollen laut SPIEGEL strengere Regeln gelten. Während heute Passagieren ein finanzieller Ausgleich zusteht, wenn sie mehr als zwei Stunden verspätet am Ziel ankommen, sollen sie künftig erst nach fünf Stunden entschädigt werden.

Die Folgen für die Verbraucher veranschaulicht das Magazin anhand von EUclaim-Daten: Mit den neuen Regelungen wären 2013 statt rund 14.500 ausgleichspflichtigen Flugverspätungen in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland lediglich 4.100 gegeben – also weniger als ein Drittel.

“Sieg für die Airline-Lobbyisten”

Bleibt es dabei, hätten die Manager von Lufthansa, Easyjet und Co. einen nahezu vollständigen Sieg errungen”, schließt SPIEGEL-Autor Gerald Traufetter angesichts des Vorstoßes der Regierungen. Ebenso zeigten sich Opposition und Verbraucherschützer alarmiert. “Die Lobbyverbände der Fluggesellschaften haben ganze Arbeit geleistet”, wird der Grünen-Parlamentarier Markus Tressel im SPIEGEL zitiert

Und der Verkehrsexperte des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, Holger Krawinkel, ruft dazu auf, das Gesetzesvorhaben scheitern zu lassen, wenn die Schwelle für die Entschädigungszahlungen nicht erheblich nach unten korrigiert werde.

EUclaim wird sich weiter dafür einsetzen, Ihre Rechte als Verbraucher zu waren. Wir halten Sie hier über alle Entwicklungen weiter auf dem Laufenden.

Eine gekürzte Version des SPIEGEL-Artikels finden Sie hier:

• “Bei Verspätungen: EU-Ministerrat will Rechte von Flugreisenden verschlechtern” (Spiegel Online vom 09.03.2014)

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