Zollkontrolle am Flughafen: Mitbringsel oder Schmuggelware?

Geld, Drogen und Trophäen von seltenen Tierarten – Urlaubssouvenirs wie diese werden alltäglich über Flughäfen in Deutschland mit ins Land gebracht. Manchmal handelt es sich um sehr skurrile Mitbringsel. Oft ist es aber auch die Art und Weise, wie die Waren transportiert werden, die in Erinnerung bleibt. Schmuggler werden immer kreativer und illegale oder zu verzollende Gegenstände sind oft schwierig ausfindig zu machen. Manch ein Reisender ist selbst überrascht darüber, welches Souvenir er besser am Urlaubsort zurückgelassen hätte. Wir zeigen Ihnen welche bizarren Funde der Zoll an deutschen Flughäfen machte.

Zoll Flughafen

Urlaubssouvenir wird zur Stolperfalle

Andenken aus dem Urlaub machen so manche Erinnerung wieder lebendig. Das dachte sich auch ein junger Mann, der sich eine Rassel von seiner Südamerika-Reise mitbrachte. Nichts Böses im Sinn, packte er das Instrument, bestehend aus einem Flaschenkürbis, einer Kalebasse und bunten Federn in seinen Koffer. Pech nur, dass die Federn von einem Papagei stammten. Diese sind geschützt und das Einführen nach Deutschland ist verboten. Das Instrument musste der Mann also an der Zollkontrolle am Flughafen zurücklassen und obendrein ein Bußgeld zahlen.

Brust-Implantat oder Drogentransport? Beschlagnahme von Rauschmitteln

Regelmäßig beschlagnahmt der deutsche Zoll große Mengen illegaler Drogen. Doch nicht nur der Wert der entdeckten Rauschmittel ist beeindruckend. Auch die Art und Weise wie Drogenschmuggler den Flughafen Zoll überlisten wollen, wird immer skurriler und besorgniserregender. So wurde eine Frau aus Kolumbien auf ihrem Weg nach Spanien vom Zoll überführt, weil dieser nach sorgfältiger Kontrolle die frischen OP-Narben unter den Brüsten der Kolumbianerin entdeckte. Wie sich herausstellte, handelte es sich hier nicht um eine Schönheitsoperation. Die eingesetzten Implantate dienten als Versteck für ein ganzes Kilogramm Kokain. Geschätzer Marktwert? Schlappe 200.000 Euro. Die Frau kam ins Krankenhaus und die Implantate wurden entfernt.

Beschlagnahme – mehr als nur Tierliebe

Elfenbein, getrocknete Seepferdchen und Wildkatzenteppiche – erst der Flughafen Zoll deckt auf, wie oft Tiere nicht artgerecht und illegal transportiert werden. Handelt es sich um bedrohte Tier- oder Pflanzenarten, droht eine Beschlagnahme und meist eine hohe Geldstrafe. Das war der Fall einer Zollkontrolle in Manila auf den Philippinen im März 2019. Mehr als 1.500 kleine Schildkröten hatte ein Reisender aus Hongkong hier in Koffern zurückgelassen. Mit Klebeband hatte er die kleinen Reptilien vor Reiseantritt verschnürt und sie so bewegungsunfähig gemacht. Die Fahndung läuft, denn er ließ seine Koffer am Flughafen zurück. Die philippinischen Behörden gehen davon aus, dass der Schmuggler Wind von der Wachsamkeit der Zoll-Beamten bekommen hat und sich ohne die Tiere aus dem Staub machte.

Für weitaus größeres mediales Aufsehen sorgte im Jahr 2013 der kanadische Sänger Justin Bieber, der für seinen Kapuzineraffen „Mally” nicht die nötigen Einreisepapiere am Flughafen Zoll nachweisen konnte.

Flughäfen Deutschland – Reise mit Gold-Schatz im Gepäck

„Guten Freunden gibt man ein Krönchen.“ Den Flughafen Düsseldorf erreichte ein 43-jähriger Mann mit einem ganz besonderen Mitbringsel aus dem Iran. Laut eigenen Angaben sollte die Krone aus 18-karätigem Gold als Hochzeitsgeschenk für einen Bekannten dienen. Beim Zoll am Flughafen dann die unerwartete Konsequenz: Strafverfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung. Der Wert der Krone überschritt mit 3.500 Euro nämlich die Wertgrenze der steuerfreien Wareneinführung. Immerhin durfte der unwissende Hochzeitsgast sein Souvenir behalten, nachdem er eine Einfuhrabgabe von knapp 850 Euro leistete. Könnt ihr also von teurem Schmuck nicht die Finger lassen, solltet ihr euch vor der Reise gründlich über die Zollbestimmungen am Ankunftsort informieren.

Einfuhrbestimmungen retten Leben

Die Beschlagnahme von Reise-Souvenirs ist vor allem dann wichtig, wenn sie das Leben anderer Menschen schützt. Immer wieder werden Waffen und illegale Gegenstände in den Gepäckstücken Flugreisender gefunden. Ein 44-Jähriger wurde bei einer Flughafenkontrolle mit einem Messer und neun Schlagringen erwischt, die er von seiner Thailandreise mitgebracht hatte. Außergewöhnlich war seine Begründung: Ein „Rocker“ habe ihm die Waffen gegeben. Dieser hätte ihn darum gebeten, Motorradteile mit nach Deutschland zu nehmen. Egal, ob die Story stimmt oder nicht, es gilt: Nur weil im Ausland Gegenstände ohne weiteres gekauft werden können, bedeutet dies nicht das gleiche für Deutschland.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, was ihr von wo mitbringen dürft, findet ihr auf www.zoll.de genaue Angaben. Für alle offenen Fragen stellt der deutsche Zoll zudem die App „Zoll und Reise“ zur Verfügung.

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