Mitbringsel aus dem Urlaub oder ein Fall für den Zoll?

Geld, Drogen und Trophäen von seltenen Tierarten – Urlaubssouvenirs wie diese werden alltäglich über Flughäfen in Deutschland mit ins Land gebracht. Manchmal handelt es sich um sehr skurrile Mitbringsel. Oft ist es aber auch die Art und Weise, wie die Waren transportiert werden, die in Erinnerung bleibt. Schmuggler werden immer kreativer und illegale oder zu verzollende Gegenstände sind oft schwierig ausfindig zu machen. Manch ein Reisender ist selbst überrascht darüber, welches Souvenir er besser am Urlaubsort zurückgelassen hätte. Wir zeigen Ihnen welche bizarren Funde der Zoll an deutschen Flughäfen machte.

Zoll Flughafen

Das Souvenir aus dem Urlaub wird zur Stolperfalle

Wenn Sie gerne reisen, wissen Sie, dass ein Andenken aus dem Urlaub so manche Urlaubserinnerung wieder lebendig machen kann. Das dachte sich auch ein junger Mann, als er ein Musikinstrument von seiner Südamerika-Reise mitbrachte. Ohne Hintergedanken packte er eine Rassel aus einem Flaschenkürbis, einer Kalebasse und bunten Federn in seinen Koffer. An den Federn scheiterte es letztendlich. Der Zoll stellte fest, dass diese von einem Papageien stammten. Papageien gelten jedoch als geschützte Tierarten und dürfen nicht nach Deutschland eingeführt werden. Der Reisende sammelte zwar eine neue Erinnerung an seine Urlaubsreise, doch hätte er sich diese sicher gerne erspart. Das Instrument musste er nämlich am Flughafen zurücklassen und obendrein auch noch ein Bußgeld zahlen. Ähnlich erging es einem Mann, der direkt fünf gleiche Souvenirs aus Mexiko mitbrachte. Die Mitbringsel, Bilderrahmen aus Kaktusholz, musste er am Flughafen München zurücklassen, denn Kakteen sind in Deutschland geschützt. Das fünffache Bußgeld war ihm sicherlich eine Lehre.

Beschlagnahme von Rauschmitteln – Nichts als Drogen im Kopf

Der deutsche Zoll beschlagnahmt regelmäßig eine große Menge an illegalen Drogen, die über den Luftraum mitgeführt werden. Die Tatsache, dass Drogen wie Marihuana, Ecstasy, Kokain oder auch Amphetamine über die Fluggrenzen hinaus nach Deutschland gebracht werden, ist deswegen nicht neu oder gar kurios. Die Art und Weise jedoch, wie die Schmuggler dabei vorgehen, wird immer trickreicher. Am Flughafen München hielt der Zoll eine Südafrikanerin an, da sie einen unruhigen Eindruck auf die Beamten machte. Wie sich nach der Festnahme herausstellte, hatte sie auch allen Grund nervös zu sein. Die Frau trug eine Afro-Perücke, in deren Zöpfchen 500 Gramm Kokain eingeflochten waren. Außerdem fanden die Zollbeamten im Gepäck eines Reisenden eine Hängematte. Die Mitnahme solch eines Souvenirs aus dem Urlaub an sich war schon ungewöhnlich. Die Hängematte war aber auch ungewöhnlich schwer. Grund: In den Stoff der Matte war gepresstes Kokain genäht worden.

Flughäfen Deutschland – Reise mit Gold-Schatz im Gepäck

Den Flughafen Düsseldorf erreichte ein 43-jähriger Mann mit einem ganz besonderen Mitbringsel aus dem Iran. Laut eigenen Angaben sollte die Krone aus 18-karätigem Gold, die er mit sich führte, das Hochzeitsgeschenk für einen Mann in Belgien sein. Am Flughafen dann die unerwartete Konsequenz: Prompt wurde ein Strafverfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung gegen ihn eingeleitet. Der Mann hatte eins nicht beachtet. Der Wert der Krone von 3.500 Euro überschritt die Wertgrenze der steuerfreien Wareneinführung. Immerhin durfte er sein Souvenir behalten, nachdem er eine Einfuhrabgabe von knapp 850 Euro leistete.

Noch hochwertigere Schmuckstücke fand man im Gepäck einer jungen Niederländerin. Sie brachte nicht nur einen 21-karätigen Goldring von ihrer Türkeireise mit, sondern einen ebenso wertvollen Hochzeitsgürtel. Für manch einen mag ein Gürtel nur ein simples Kleidungsstück sein, doch diese Frau hatte mit der Mitnahme des Gürtels ohne die vorgeschriebene Anmeldung beim Zoll bereits eine Straftat begangen. Allein mit diesem Souvenir hinterzog sie eine Summe von mehr als 6.500 Euro Steuern. Wer also von teurem Schmuck nicht die Finger lassen möchte, sollte sich über die Zollbestimmungen am Ankunftsort informieren.

Beschlagnahme – mehr als nur Tierliebe

Von Elfenbein bis zu getrockneten Seepferdchen, Wölfen und Wildkatzenteppichen war schon alles dabei. Erst durch den Zoll werden die oft nicht artgerechten Mitnahmen von Lebewesen gestoppt. Handelt es sich um bedrohte Tier- oder Pflanzenarten droht eine Beschlagnahme und meist eine hohe Geldstrafe.

Kurios war unter anderem der Fall eines 28-jährigen, der aus dem Oman fast 50 Reptilien über den Flughafen München mit ins Land brachte. Darunter zwei Dornschwanzagamen. Das bizarre an der Sache war, er gab an, er hätte die Tiere essen wollen.  Auch am Flughafen Frankfurt entdeckten die Zollbeamten Tiere im Gepäck eines Reisenden. Diesmal waren sie noch am Leben. Eine in Klebeband eingewickelte Schildkröte hatte den langen Flug hinter sich gebracht. Insgesamt waren 90 lebendige Tiere mit an Bord gewesen. Für ein weitaus größeres mediales Aufsehen sorgte jedoch im Jahr 2013 der kanadische Sänger Justin Bieber, der für seinen Kapuzineraffen „Mally” nicht die nötigen Einreisepapiere nachweisen konnte. Sowohl der Affe als auch die Schildkröte haben inzwischen ihr Zuhause gewechselt.

Tierisch gruselig war auch dieser Fund: Am Münchner Flughafen stießen Zollbeamte auf ein sehr spezielles Souvenir aus Thailand – zwischen schmutzigen Unterhosen und Badehosen fanden Sie einen 650 Gramm schweren und 23 Zentimeter langen Affenschädel! Da das „gute Stück“ nicht fachgerecht präpariert worden ist, entschied das zuständige Veterinäramt, dass der Schädel niemals den Weg auf den Kaminsims des Besitzers schaffen würde.

Einfuhrbestimmungen retten Leben

Die Beschlagnahme von Reise-Souvenirs ist vor allem dann wichtig, wenn sie das Leben anderer Menschen schützt. Immer wieder werden Waffen und illegale Gegenstände in den Gepäckstücken Flugreisender gefunden. Ein 44-jähriger wurde bei einer der Flughafenkontrollen mit einem Messer und neun Schlagringen erwischt, die er von seiner Thailandreise mitgebracht hatte. Außergewöhnlich war seine Begründung: Ein „Rocker“ habe ihm die Waffen gegeben. Dieser hätte ihn darum gebeten Motorradteile mit nach Deutschland zu nehmen. Egal ob die Ausrede mit dem Rocker nun tatsächlich gestimmt hat, es gilt: Wenn im Ausland Gegenstände ohne weiteres gekauft werden können, bedeutet dies nicht das gleiche für Deutschland.

Wer sich nicht sicher ist was von wo mitgebracht werden kann, findet auf www.zoll.de genaue Angaben. Für alle offenen Fragen stellt der deutsche Zoll die App „Zoll und Reise“ zur Verfügung.

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