Wurde Ihr Flug mit Niki annulliert?

NIKI Insolvenz - Das Wichtigste für Sie zusammengefasst

Am Mittwoch, den 13.12.2017 hat NIKI einen Insolvenzantrag in Deutschland gestellt und zum 14.12. den Flugbetrieb eingestellt. Das Landgericht in Berlin entschied am 08.01.2018, dass die Zuständigkeit für das Insolvenzverfahren in Österreich liegt. Wie am 22.01. bei der Gläubigersitzung entschieden wurde, wird NIKI an die Laudamotion GmbH verkauft. NIKI hat außerdem die Beschwerde gegen die Insolvenz in Österreich zurückgezogen, wodurch dem Verkauf von NIKI nichts mehr im Weg steht.

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat mit Beschluss vom 23.01.2018 unter dem Aktenzeichen 36n IE 6433/17 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der NIKI Luftfahrt GmbH nach österreichischem Recht als Sekundärinsolvenzverfahren zu dem in Österreich laufenden Konkursverfahren eröffnet.

 

Niki Insolvenzantrag

©”Flugzeug NIKI AirBerlin” zugeschnitten (Lizenz CC BY 2.0) von Andreas Trojak

Was Sie zur momentanen Situation von NIKI wissen sollten:

Kann ich Niki-Ansprüche aufgrund eines Flugproblems bei EUclaim einreichen?

Nein, leider können wir keine neuen Niki-Ansprüche bearbeiten. Wir gehen, aufgrund der derzeitigen Situation nicht davon aus, dass Niki die Entschädigungen zahlen wird.

Wieso bearbeitet EUclaim keine neuen Niki-Fälle?

Da wir nicht davon ausgehen, dass die Forderungen kostendeckend durchgesetzt können, bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir keine neuen NIKI Fälle annehmen können. Wir möchten keine falschen Erwartungen wecken. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat mit Beschluss vom 23.01.2018 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der NIKI Luftfahrt GmbH nach österreichischem Recht als Sekundärinsolvenzverfahren zu dem in Österreich laufenden Konkursverfahren eröffnet. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens sind Entschädigungsansprüchen derzeit nicht durchsetzbar.

Könnte ich selbst meinen Fall bei NIKI einreichen?

NIKI befindet sich derzeit im Insolvenzverfahren. Das bedeutet, dass alle Ausgleichsansprüche Insolvenzforderungen sind. Egal ob von NIKI anerkannt, tituliert oder streitig, können alle Ausgleichsansprüche bei dem Insolvenzverwalter bis zum 05.06.2018 angemeldet werden. Selbst wenn Ihre Forderung anerkannt wird, ist nur mit einer teilweisen Zahlung aus der Insolvenzmasse zu rechnen. Das liegt daran, dass der Rang der Ausgleichsansprüche in der Tabelle relativ niedrig ist.

Mein Flug findet nicht statt – Welche Rechte habe ich?

Wenn ein Flug annulliert wurde, haben Fluggäste laut EU-Verordnung einen Anspruch auf Entschädigung, einen Ersatzflug oder eine Ersatzbeförderung. Bei Insolvenz besteht rechtlich gesehen ein Entschädigungsanspruch, aber dieser müsste zur Insolvenztabelle angemeldet werden, da er Teil der Insolvenzmasse ist. Es ist mit einer geringen Quote im einstelligen Bereich zu rechnen, da Ansprüche von Fluggästen eine niedrige Priorität haben.

Was können Pauschalreisende tun?

Passagiere, deren Niki-Flug Bestandteil einer Pauschalreise war, und die in einem Reisebüro gebucht haben, sollten sich an den Reiseveranstalter wenden. Wie Niki auf der Webseite mitteilt, sind diese Flüge in der Regel gegen Insolvenzen abgesichert.

Was können Passagiere tun, die den Flug selbständig bei Niki gebucht haben?

Leider bleiben diese Passagiere voraussichtlich auf Ihren Ticketkosten sitzen. Es besteht jedoch die Möglichkeit die Forderung gegen NIKI bis zum 05.06.2018 zu einer Insolvenztabelle anzumelden.

Was können Passagiere mit noch offenen Forderungen tun?

Derzeit darf NIKI aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens keine Zahlungen vornehmen. Sobald das Insolvenzverfahren abgeschlossen ist, wird das noch vorhandene Vermögen anteilig an die Gläubiger ausgezahlt. Inwiefern das Vermögen ausreicht, um Forderungen von Passagieren zu begleichen, ist unklar. Forderungen gegen NIKI können bei einer Insolvenztabelle bis zum 05.06.2018 angemeldet werden. Leider stehen die Entschädigungsansprüche weit unten in der Tabelle. Sollte Ihre Forderung anerkannt werden, wird entsprechend der Insolvenzquote eine teilweise Zahlung erfolgen. Die Höhe der Auszahlung läuft oftmals gegen Null.

Ich habe bereits einen NIKI-Claim bei EUclaim – Was passiert damit?

Unsere Kunden haben wir per E-Mail darüber informiert, dass sämtliche gerichtliche Verfahren gegen NIKI ungebrochen wurden. Da wir nicht damit rechnen, dass die Masse ausreicht, um an die Gläubiger einen Teil ihrer Ansprüche auszuzahlen, macht es aus unserer Sicht wirtschaftlich keinen Sinn, die Durchsetzung von Ansprüchen gegen NIKI weiter zu finanzieren. Alle bisher angelaufenen Verfahrenskosten übernehmen selbstverständlich wir. Sie können jedoch bis zum 05.06.2018 den Ihnen zustehenden Ausgleichanspruch im Insolvenzverfahren über das Vermögen der NIKI Luftfahrt GmbH anmelden. Wenn wir in Ihrem Fall bereits rechtliche Schritte eingeleitet haben, dann werden sich in Kürze die mit der Durchsetzung Ihres Anspruchs betrauten Rechtsanwälte JBB mit Ihnen in Verbindung setzen. Hinsichtlich des laufenden gerichtlichen Verfahrens haben Sie dann die Möglichkeit, dieses auf eigene Kosten weiterzuverfolgen. Die nach der Kündigung anfallenden Kosten müssten in diesem Fall von Ihnen selbst getragen werden. Oder Sie können die Klage zurücknehmen. Hier würden keine weiteren Kosten für Sie anfallen.

Die Fluggesellschaft hat die Zahlung angekündigt – Erhalte ich noch meine Entschädigung?

Seit dem 13.12.2017 unterliegt NIKI einem Zahlungsverbot. Anfang Dezember hat EUclaim die letzten Zahlungen von NIKI erhalten, welche bereits an unsere Kunden ausgezahlt wurden. Nach dem Antrag des Insolvenzverfahrens sind keinerlei Zahlungen von NIKI mehr bei EUclaim eingegangen.

Unter www.airberlin-inso.de finden Sie weitere Informationen.

NIKI-Insolvenz – Die bisherigen Ereignisse

Am Mittwoch, den 13.12.2017 stellte NIKI einen Insolvenzantrag. Die österreichische Fluggesellschaft stellte daraufhin den Flugbetrieb ab dem 14.12.2017 ein. Nachdem Lufthansa das Kaufangebot zurückgezogen hatte und weitere Interessenten Angebote abgegeben hatten, wurde noch zum Ende des letzten Jahres entschieden, dass die Fluggesellschaft für 20 Millionen Euro an IAG, die Muttergesellschaft von British Airways, verkauft wird. Am 08.01.2018 hat jedoch das Landgericht in Berlin entschieden, dass die Zuständigkeit für das Insolvenzverfahren in Österreich liegt. Der Insolvenzverwalter Lucas Flöther hatte einen Antrag für ein Sekundärinsolvenzverfahren am Donnerstag, den 11.01., in Österreich eingereicht, um den Kaufvertrag mit der IAG zu sichern.

Dieses lehnte das Gericht ab. Das zweite Hauptinsolvenzverfahren gab bisherigen Bietern die Chance neue Angebote abzugeben. Bis zum 19.01. hatten sie hierfür Zeit. Am 22.01. fand die Gläubigersitzung statt. Hier wurde entschieden, dass NIKI an die Laudamotion GmbH verkauft wird, da diese das höchste Angebot gemacht hatte. Laut Niki Lauda, sei geplant, dass ab März die Maschinen unter dem neuen Namen Laudamotion wieder fliegen sollen. Dem Kauf steht nichts mehr entgegen, da NIKI die Beschwerde gegen die Abwicklung der Insolvenz in Österreich zurückgezogen hat. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat mit Beschluss vom 23.01.2018 unter dem Aktenzeichen 36n IE 6433/17 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der NIKI Luftfahrt GmbH nach österreichischem Recht als Sekundärinsolvenzverfahren zu dem in Österreich laufenden Konkursverfahren eröffnet.

 

 

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