EuGH-Urteil zu Vogelschlag: Kein Anspruch auf Entschädigung

Duisburg, 4. Mai 2017. Heute hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Vogelschlag als außergewöhnlicher Umstand zu sehen ist. Passagiere haben in der Regel keinen Anspruch auf finanzielle Entschädigung, wenn ihr Flug sich wegen Vogelschlags um mehr als drei Stunden verspätet. EUclaim, ein Unternehmen, das sich für Fluggastrechte einsetzt, zeigt sich von der Entscheidung der Richter überrascht. „Wir wundern uns, dass der Einschätzung des Generalanwalts nicht gefolgt wurde“, sagt Nicole Krey, Rechtsexpertin bei EUclaim. In dem Verfahren hatte der zuständige Generalanwalt Bot argumentiert, dass die Folgen eines Vogelschlags nicht als außergewöhnlicher Umstand gesehen werden könnten, da Vogelschlag mit der Ausübung des Flugbetriebs einer Fluggesellschaft einhergehe.

Vogelschlag EuGH EUclaim Außergewöhnlicher Umstand

Die Richter am EuGH entschieden heute, dass Fluggesellschaften keinen Einfluss auf die Folgen eines Vogelschlags hätten und daher nicht verantwortlich gemacht werden könnten. Zur Einschätzung von Generalanwalt Bot werden keine weiteren Punkte hinzugefügt und erläutert.

Bei Verspätungen und Annullierungen in Folge außergewöhnlicher Umstände, etwa Streik oder Unwetter, sind Fluggesellschaften nicht zu Entschädigungszahlungen verpflichtet, da sie nicht für die Verzögerung verantwortlich gemacht werden können. Bei technischen Defekten ist die Airline für die Verzögerung verantwortlich und muss Passagieren bis zu 600 Euro Entschädigung zahlen. „Trotzdem weigern sich Fluggesellschaften nach wie vor sehr häufig, Passagiere anstandslos zu entschädigen“, berichtet Nicole Krey. Fluggasthelfer wie EUclaim unterstützen Reisende bei der Durchsetzung ihrer berechtigten Ansprüche.

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