Die wichtigsten Passagierrechte bei Fernreisen

Duisburg, 22. März 2018. Jeder achte deutsche Urlauber hat einer Studie der GfK zu Folge im letzten Jahr eine Fernreise gemacht. Welche Rechte habe ich, wenn mein Flug ausfällt, oder sich extrem verspätet?

Langstreckenflüge, Flugverspätung

Asien und die Karibik sind – auch in den Osterferien – die beliebtesten Ziele. Unzählige Langstreckenflüge bringen Urlauber und Geschäftsreisende an weit entfernte Orte auf der ganzen Welt. Ob zehn Stunden Direktflug oder Transfer mit Zwischenstopp – bei vielen Fernflügen kommt es zu langen Verspätungen oder Ausfällen. „In diesem Jahr haben bereits 187 Langstreckenflüge mehr als drei Stunden verspätet ihr Ziel erreicht, 160 wurden komplett gestrichen“, weiß Paul Vaneker, Flugdaten-Experte von EUclaim. Besonders hart traf es Ende Januar die Passagiere von Azur Air-Flug UR 8626 vom kubanischen Varadero zurück nach Düsseldorf. Ihr Flieger hatte insgesamt eine Verspätung von 37 Stunden und vierzig Minuten – Rekordwert bei Langstreckenflügen in diesem Jahr. Im September 2017 hatte der Condor-Flug DE 2235 aus der Dominikanischen Republik nach Frankfurt am Main sogar über 51 Stunden Verspätung. Grund für die Probleme war der Hurrikan Maria.

Entschädigung bis zu 600 Euro gemäß EU-Verordnung

Wenn keine außergewöhnlichen Umstände, wie zum Beispiel Unwetter oder Streiks an der Verspätung schuld sind, haben Passagiere Anspruch auf eine Entschädigung von der Airline. Im Fall der Azur Air-Maschine sind das 600 Euro pro Passagier. Die EU-Fluggastrechteverordnung regelt Entschädigungsansprüche nach zurückgelegter Strecke. Bei Langstreckenflügen über 3.500 Kilometer gibt es ab einer Verspätung von drei Stunden bis zu 600 Euro Entschädigung. Eine Ausnahmeregel besagt, dass es bei einer Verspätung zwischen drei und vier Stunden 50 Prozent der Entschädigung gibt.

Bei Kurzstrecken bis 1.500 Kilometer gilt ein Anspruch auf 250 Euro Entschädigung nach drei Stunden Verspätung. Bei Mitteldistanzen bis 3.500 sind es 400 Euro. Falls sich die Airline weigert, berechtigte Ansprüche zu zahlen, können Passagiere die Hilfe von Fluggasthelfern wie EUclaim beanspruchen. Die Experten von EUclaim prüfen, wie hoch ein Anspruch ist und verhelfen Fluggästen zu ihrem Recht – und gehen notfalls bis vor Gericht.

Rechtslage bei Anschlussflügen

Auch bei Flügen mit Zwischenstopp außerhalb Europas gelten die EU-Fluggastrechte. Nach der sogenannten Folkerts-Entscheidung zählt immer die Ankunftszeit am Endziel der Reise. Im konkreten Fall hatte ein Zubringerflug von Bremen nach Paris eine so hohe Verspätung, dass der Anschlussflug nach Brasilien verpasst wurde. Die Passagierin musste umgebucht werden und erreichte ihr Ziel elf Stunden zu spät. Da die Flugreise von Bremen nach Brasilien gebucht wurde, wertete der EuGH die Reise als einen Gesamtflug. Die ausführende Airline musste eine Entschädigung von 600 Euro zahlen.

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