Airlines müssen Folgekosten übernehmen

Eine Flugverspätung ist immer nervig. Wenn der Flieger sich allerdings mehr als drei Stunden verspätet oder gleich ganz ausfällt, müssen Passagiere nicht nur Geduld aufbringen. Oft warten auch eine ganze Reihe Kosten auf sie, zum Beispiel für Übernachtungen im Hotel, eine Taxifahrt nach Hause oder ein Zugticket.

Airlines müssen auch Folgekosten bezahlen

Hotelkosten und mehr

Was viele nicht wissen: Fluggesellschaften müssen in vielen Fällen nicht nur Entschädigung bis zu 600 Euro zahlen. Sie müssen oft auch Folgekosten, wie Hotelübernachtungen oder Zugtickets erstatten. Geregelt werden solche Haftungsfragen für die Luftfahrt im sogenannten Montrealer Übereinkommen. Wichtig dabei: Die Airline muss für die Verzögerung verantwortlich sein.

Entschädigung bei technischen Defekten

Bei technischen Defekten oder falscher Personalplanung ist die Angelegenheit eindeutig: Die Airline muss Schadenersatz leisten. Anders sieht es aus, wenn der Flugverkehr etwa wegen Streik oder der Sperrung des Luftraums beeinträchtigt ist. Fluggesellschaften können in solchen Situationen nicht verantwortlich gemacht werden und müssen geschädigten Passagieren keine Entschädigung zahlen. Zugleich gibt es viele Grenzfälle. Bei Flugausfällen und -verspätungen wegen widriger Wetterbedingungen berufen sich Airlines gerne auf „höhere Gewalt“.

Ausrede außergewöhnliche Umstände

Doch mit der Begründung auf die sogenannten außergewöhnlichen Umstände sind Fluggesellschaften nicht automatisch von ihrer Entschädigungspflicht befreit. Sollte ein Flugzeug im Winter wegen Vereisung nicht starten können, muss die Airline nachweisen, dass dies trotz aller Maßnahmen unvermeidlich war. Können zum Beispiel am gleichen Flughafen Maschinen anderer Gesellschaften pünktlich abfliegen, spricht vieles dafür, dass die außergewöhnlichen Umstände lediglich als Ausrede vorgeschoben wurden, um keinen Schadenersatz zu zahlen.

Belege aufbewahren

Um die Kosten für Hotelübernachtungen und Ersatzfahrten von der Airline zurückzubekommen, sollten Reisende in jedem Fall alle Belege sammeln und bei der Fluggesellschaft einreichen. Allerdings gilt eine Haftungshöchstgrenze von 6.000 Euro. Die Folgekosten für Hotel und Co. müssen immer verhältnismäßig bleiben. Den geplatzten Flug von München nach Berlin also einfach mit dem Taxi zu fahren, ist nicht empfehlenswert.

Bildquelle: flickr.com

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